LibPlen 14.06.2016

Liberaler Plenumsbericht vom 14.06.2016
~by Maximilian Dichtl

Eine neue StuRa-Sitzung, ein neuer Liberaler Plenumsbericht.
Heute mit nur (wieder) 20 min. Verspätung aus dem Felix-Klein-Hörsaal.

Aus dem heute etwas knappen Inforundlauf ergibt sich, dass der Studentische Wahlausschuss an diesem Freitag, 15:00 Uhr eine Feedbackrunde für Studierende zur Evaluierung der Wahlausschussarbeit veranstaltet. (Kontakt: wahlausschuss@stura-uni-leipzig.de)
Des Weiteren berichtet Felix Ramberg von der letzten Senatssitzung, in welcher die aktuelle hochschulpolitische Situation der Exzellenzinitiative thematisiert und debattiert wurde.

Damit gelangen wir auch schon zum Abschluss des Inforundlaufes und somit zur Behandlung der Anträge des heutigen Abends.
Zuallererst müssen wir feststellen, dass wir mit knapp mehr als 50 Abgeordneten nicht beschlussfähig in Bezug auf Satzungsänderungen sind, und somit Johannes Satzungsänderungsantrag vertagen müssen.
Überdies wird ein vom AntiRa-Refererat eingebrachte Antrag zur Ausrichtung einer “BPoC*-Hochschulkonferenz zu Empowerment” aufgrund Unvollständikeit zurückgezogen.
Nach dieser unerwarteten Straffung der Sitzungszeit, gelangen wir auch schon zum wohl wichtigsten Punkt des heutigen Abends: TOP 3 Wahlen.

Mit René Engelhorn (FSR Jura) hat sich nach Monaten des Suchens endlich ein Kandidierender für die Geschäftsleitung gefunden.
In der obligatorischen Frage- und Vorstellungsrunde ergibt sich, dass er weder ein Mitglied von Burschenschaften (wer hätte es gedacht) noch Parteien sei, aber in der Vergangenheit bereits wichtige politische Erfahrungen in der “Walldürner Alternativen Liste”, B90/Die Grünen, den Jusos sowie Verdi gesammelt habe.
Er möchte Geschäftsführer werden, da er findet, dass das Amt des Geschäftsführers von zu großer Bedeutung aber vor Allem auch zu großer Belastung sei, als dass es von nur einer Person geführt werden könne.
Er sieht hier auch konkreten Verbesserungsbedarf in der aktuellen StuRa-Arbeitsweise, möchte sich aber nicht weiter zu den zu verbessernden Probleme äußern. (Anmerkung: Interessante politische Variante von “Ich sehe was, was du nicht siehst…”)
Die Fragestellungen werden indes immer kreativer:
“Welche der drei folgenden Eigenschaften ist dir am wichtigsten: Durchsetzungskraft, Geduld oder Planungsfähigkeit?”
(Anmerkung: Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Vorlage für diese Frage in weiten Teilen einem Persönlichkeitstest für Teenies entnommen wurde. ^^)
Er fühle sich von der Frage etwas überfordert, betont aber die Wichtigkeit von StuRa- und referatsinterner Teamfähigkeit und deren Stärkung.
Er sieht vor Allem auch Neutralität als nicht nur in seinem Amt sondern auch für den StuRa an sich überaus essentiell an.
Insofern würde er sich als Geschäftsführer nicht als Repräsentant des StudentInnenrates fühlen.
Nach Beendigung dieser in weiten Teilen wenig aufschlussreichen Fragerunde und nach anschließendem Wahlgang steht mit einem Votum von 122/9/23 klar fest: Habemus Geschäftsführer!

Weiter geht es mit der Wahl des Kulturreferats, für das sich erstmals seit letztem Semester mit Enrique Terres wieder ein Kandidierender gefunden hat.
In seiner kurzen Personenvorstellung betont er als Motivationsgrund für seine Kandidatur mehrfach und nachdrücklich, dass sich das “Verständnis von Gemeinschaft […] auch stark in künstlerischem Ausdruck äußere” und er dies in seiner möglichen Amtszeit gerne durch studentische Initiativen weiter stärken möchte. (In der Erklärung des “Wie?” bleibt er uns allerdings  konkrete Ziele und Beschreibungen schuldig.).
Er fühle sich zu dem Amt befähigt, da er auf künstlerischem Gebiet bereits einiges an Erfahrungen und organisatorischem KnowHow gesammelt habe. (Er hat einen DJ-Kurs für Frauen organisiert.)
Auf konkrete Nachfrage räumt er ein, die Arbeit seiner Vorgänger zwar nicht zu kennen, es aber trotzdem ebenso gut oder gar besser machen zu wollen. (Warte, was? ^^)
Im weiteren Verlauf stimmt er ein (langes) Hohelied auf die Ausgestaltung des Campusfests an und befürwortet ausdrücklich die Einrichtung von weiteren  Awareness-Teams auf StuRa-Veranstaltungen. (Ich glaube, unsere politische Position zur Arbeit von Awareness-Teams, übertriebenen Kostümierungsverboten und ähnlichen Freiheitseinschränkungen muss an dieser Stelle nicht weiter erwähnt werden. 😉 )
Des Weiteren möchte er ein Projekt gegen rassistische Einlasskontrollen anstoßen, in dessen Verlauf alle Einlass- und Security-Ämter bei öffentlichen Veranstaltungen nur noch mit StuRa-bekannten Leuten zu besetzen sind.
Mit einem ziemlich knappen Votum von 94/41/20 lässt sich auch hier konstatieren: Wir haben einen neuen Kulturreferenten!

Und der Strom der Kandidierenden scheint nicht abreißen zu wollen:
Auch in den Wahlen zur Sitzungsleitung hat sich mit der Jura-Studentin Natalie Peterek eine Freiwillige gefunden.
Doch bevor sie überhaupt zu Wort kommen kann, wirft Johannes ein, dass wir für ihre Wahl die Geschäftsordnung für den Rest der Sitzung außer Kraft setzen müssen, da die freie Stelle streng genommen wegen des geschlechtlichen Paritätsprinzips der StuRa-Ämter männlich besetzt werden müsste. (Anmerkung: Ein Hoch auf Quotierungen! -.- )
Nach Außerkraftsetzen der GO, einer kurzen Vorstellung Natalies und einem klaren Votum (MH/0/1) schloss auch diese Wahlrunde wieder erfolgreich ab.

In der Wahl zum Wahlausschuss schloss die bekennende “Ordnung und Gesetze liebende” frischgebackene Sitzungsleiterin Natalie ebenfalls wieder erfolgreich ab.
Jedoch ließen sich auch heute Abend wieder weder für den Haushaltsausschuss noch für den Studentischen Beirat “Verbundprojekt Lehrpraxis im Transfer” Kandidierende finden.

Damit hätten wir den Punkt Wahlen für heute abgehakt.
Kommen wir zu den Anträgen des Abends:
Der von Freier Campus gestellte Antrag zur allgemeinen Verbesserung der Wahlausschussarbeit wurde nach erfolgreichem GO-Antrag in den Wahlausschuss verwiesen.

Auch die Empfehlungen des Haushaltsausschusses wurden ohne nennenswerte Diskussion bis auf einen herausgezogenen Antrag alle angenommen.
Genannter Antrag behandelt die Finanzierung eines Benefizkonzertes, dessen reale Kosten (4232,02€) die ursprünglich angesetzten Kosten von 1282,07€ bei Weitem übersteigen.
Das Zustandekommen dieser exorbitanten Fehlplanung (+1400 € höhere Werbungskosten) ließ sich auf Nachfrage von den anwesenden Antragsteller*innen nicht erklären.
Da die Förderung aufgrund der massiven Förderhöhe per se ausgeschlossen ist, wurde der Antrag folgerichtig in den Haushaltsausschuss zurückverwiesen wurde.

—– Sitzungspause! Heute aufgrund wirklich beachtlicher Sitzungsdisziplin bereits um 10:00 Uhr. 🙂 —–

Und weiter geht es mit “TOP 6: LuSt” zum Thema Lehrberichtsordnung.
Der vornehmlich informierende Antrag auf “Herstellung des Benehmens zum Sachverhalt der neuen Lehrberichtsordnung” fordert eine positive Positionierung des StuRas zum geplanten Lehrevaluationsprogramm der Uni Leipzig.
Idee sei, so Antragsteller Felix Ramberg, dass jährliche Evaluationen zeitlich direktere Reaktion auf etwaige Missstände in puncto Lehre ermöglichen würden.
Nach kurzer, aber insgesamt weitgehend inhaltsarmer Debatte, wurde auch dieser Antrag mehrheitlich beschlossen.

Kommen wir nun zu TOP: 7.1: “Vorwärts immer, rückwärts nimmer!”:
(Bevor wir zum Inhalt des Antrages kommen, noch eine kleine Anmerkung meinerseits: Lieber Felix Ramberg, ich weiß dass der StuRa und insbesondere auch deine JuSo-HSG nachvollziehbarerweise nicht gerne mit dem SED-Regime in Beziehung gebracht werden. Aber: Seriously? Ein Honecker-Zitat als Antragstitel? Vgl. auch: https://de.wikiquote.org/wiki/Erich_Honecker)
Der Antrag selbst behandelt die Verhinderung einer Rückkehr modularisierter Studiengänge zum Diplom-/Magistersystem, fordert aber mit keinem Wort die Abschaffung noch bestehender Diplomstudiengänge (wie bspw. Mathematik).
Dies wiederum war Carl Bauer von sds.dieLinke viel zu Mainstream: Er fordert das Bachelor/Master-System abzuschaffen, da dies seines Erachtens Ausdruck einer “furchtbaren Durchökonomisierung” des Studierens sei.
Was danach kommen soll? Keine Ahnung. Hauptsache: Dagegen sein!
Es entbrennt in der Folge ein allgemeiner Diskurs über den Sinn und Unsinn des bestehenden Bachelor-/Mastersystems im Vergleich zum Diplomsystem, in dessen Verlauf sowohl Carl Bauers (12/26/12) Änderungsantrag als auch Felix Rambergs (24/8/18) ursprünglicher Antrag mehrheitlich im Plenum auf Ablehnung stoßen.

Damit schreiten wir auch schon zum vorletzten Punkt des Abends:
“TOP 7.2: Hausverbot für die Bundeswehr” (sds.dieLinke).
Wie der Name schon andeutet, fordert der SDS zusammen mit einem ominösen neuen Bündnis “Zivilklausel Uni Leipzig” das vollkommene Verbot sämtlicher militärischer Werbung an der Universität Leipzig.
Stein des Anstoßes gemäß Carl Bauer (SDS): “Im Rahmen der Firmenkontaktmesse WIK-Leipzig war es der Bundeswehr am 01. Juni 2016 möglich, einen Werbestand an der Uni Lepzig durchzuführen” (Oh weh, wie schrecklich! ^^)
Er berichtet überdies, dass er an genanntem Tag den Werbestand eigenhändig “entfernen oder zumindest anderweitig verhindern” wollte, wofür zu seinem eigenen Bedauern keine Hilfe im StuRa-Büro fand.
Ein zufällig im Plenum anwesender Gast von der Bundeswehr meldet sich zu Wort: Worin liegt für die Antragsteller das Problem bei militärischer Werbung seitens der Bundeswehr?
Die Bundeswehr ist eine auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der BRD handelnde Parlamentsarmee, die keine “Mördertruppe” sei, sondern vor Allem humanitäre Aufgaben auf der ganzen Welt erfülle. Es erschließt sich ihm nicht, warum die Bundeswehr nicht wie jede andere Firma auch an der Uni Leipzig für Karrieremöglichkeiten bei sich werben dürfe. (vereinzelt Zustimmung aus dem Plenum)
Nun meldet sich auch Max König zu Wort: Das StuRa-Plenum kann beschließen was es will, doch es besitzt nicht die nötige politische Kompetenz um einen derartigen Antrag wirksam zu ratifizieren, da dies dem Senat obliegt.
Bauer erwidert: Die Bundeswehr sei nicht gottgegeben, jährliche Etaterhöhungen seitens der Bundesregierung seien zugunsten sozialer Staatsaufgaben zu verlagern. (Immernoch nicht Kompetenz des StuRas Leipzig…). Die Werbung durch Banken sollte seines Erachtens bestenfalls auch noch verboten werden. (Tenor:am besten gesamte Karrierewerbung verbieten! -.- ).

Eine kritische Stimme aus dem Plenum (Cornelia): Auch wenn sie die Bundeswehr als Institution nicht möge: Die Bevormundung der Studierenden ist falsch. Man spricht den Studierenden die Mündigkeit ab, sich selbst ein Bild von Karrieremöglichkeiten zu verschaffen und für Karrierewege zu entscheiden.
Darauf wieder Bauer: Es sollte versucht werden, es der Bundeswehr und ihren Angehörigen strukturell so schwer wie möglich zu machen. Soldaten lägen mit ihrer Entscheidung zu dienen, falsch und müssen belehrt werden. Studenten gehören bevormundet, man solle jede Möglichkeit nutzen, potentiell möglichen Bundeswehrinteressenten das Informationsrecht zu versagen.
Referent für Soziales: Die Bundeswehr betreibe seines Erachtens eindeutige Kriegstreiberei und suche gezielt Schulen und Universitäten heim, um “die Kinder zu holen”. (Anmerkung: Die überzogen dramatisierende Formulierung klingt glatt so, als käme sie aus einem drittklassigen linken Horrorthriller: “Das Grauen aus der Truppe”oder “Uschi of the Dead”) Des Weiteren seien unter 20-jährige Studenten zu dumm, um die “manipulativen Fähigkeiten” und “psychologischen Tricks” der Bundeswehr zu hinterschauen, die mit der Methodik von “kriminellen Banden” zu vergleichen sei.
Nach kurzer weiterer Debatte wurde der Antrag mit einem Votum von MH/6/3 zwar angenommen, verbleibt aber aufgrund mangelnder Macht des StuRas vollends wirkungslos.

Im letzten Punkt Sonstiges bewerben die einzelnen FSRä ihre jeweiligen Veranstaltungen, wie den Theologenball; die Sommer und -abschlussfeste der WiWis, Psychologen, Sozios, Mathematiker und weiterer Fachschaften.
Nach einer für StuRa-Verhältnisse unglaublichen Sitzungsdisziplin endet die Veranstaltung schließlich 23:25 Uhr.

Auch an dieser Stelle wieder ein herzliches Dankeschön von unserer Seite für euer Interesse an liberaler Hochschulpolitik und bis zum nächsten Liberalen Plenumsbericht! 🙂

LibPlen 17.5.2016

Liberaler Plenumsbericht vom 17.05.2016
~by Maximilian Dichtl

(Kurze Bemerkung vorab: Dieser Bericht dokumentiert den Verlauf einer Eskalation des StuRa in Bezug auf einen erweiterten JuSo HSG-Antrag, von dessen Kern wir bereits das letzte Mal berichteten.)

Tagesordnung zur besseren Nachvollziehbarkeit:
stura.uni-leipzig.de/sites/stura.uni-leipzig.de/files/dokumente/2016/05/einladung_to.pdf
Änderungsanträge des SDS:
www.freier-campus.de/wp-content/uploads/160503-%C3%84nderungsantr%C3%A4ge-Juso-Antrag-SDS.pdf

Ein neue StuRa-Sitzung, ein neuer liberaler Plenumsbericht. Heute aus einem räumlich etwas reduzierten Felix-Klein-Hörsaal.

Mit 10 minütiger Verspätung sind wir wieder voll am Start! Aus dem Inforundlauf ergibt sich, dass Leute für eine Awarenessteamschulung gesucht werden, damit der StuRa wieder Awarenessteams in seine VAs entsenden kann. Maximilian Dichtl berichtet vom Ausschuss HoPo, aber dessen Arbeitsergebnisse beschäftigen uns nachher noch.

Es gibt einen Kandidierenden für das Referat für Lehre und Studium: Sebastian Adam (FSR Germanistik), bekennendes Mitglied des WWF, Greenpeace und irgendeines Bogenschützenvereins (danke für diese wertvollen Einblicke ;P ), möchte den Hochschulrat in seiner Macht beschränken, erwägt ihn gegebenenfalls abzuschaffen und findet das Thema Datenschutz auch in Hinblick auf die mögliche Umsetzung einer Anwesenheitsliste in den universitären und studentischen Arbeitsgremien sehr wichtig.
Nach kurzer Bestätigung des Wahlvorstands und kurzer Auszählung der abgegebenen Stimmen steht mit einem eindeutigen und offiziellen Endergebnis fest:
Habemus LuSt-Referent! Herzlichen Glückwunsch zur Wahl von unserer Seite.

Nach wie vor gibt es leider keine Kandidierenden für den Haushaltsausschuss.
Die im 2. Semester Soziologie studierende Mira Ludwig, kandidierend für den Ausschuss Hochschulpolitik, möchte sich für den hochschulpolitischen Diskurs an unserer Alma Mater stark machen und wird in diesen Vorhaben auch mit einem eindeutigen Votum von MH/3/0 bestärkt.
Auch der Wahlausschuss der Studierendenschaft wurde durch Martin Konkel vom FSR Sportwissenschaften mit einem Votum von MH/0/4 um ein weiteres studentisches Mitglied ergänzt.
Leider gibt es trotz enormer Relevanz für die Zukunft demokratischer Kultur an der Universität auch diesmal wieder keine Kandidierenden für den Wahlausschuss der Universität, was wir höchst bedauerlich finden.
Der frisch gebackene LuSt-Referent Sebastian Adam bewirbt sich nun auch um den Posten des Stellvertreters der Bibliothekskommission der Universität Leipzig und mit MH/1/5 auch in dieses Gremium hineingewählt.

Nach Annahme des Protokolls des Haushaltsausschusses und Vertagung eines Antrags, schreiten wir nun zu TOP 5 Hochschulpolitik mit dem urgewaltigen JuSo-Antrag, der im letzten Plenum in den Ausschuss Hochschulpolitik verwiesen und dort genauer unter die Lupe genommen wurde.

Bevor es losgeht, richtet Felix Ramberg einige Worte der Motivation zur Bewilligung seines Antrags an uns.
Sinngemäße Aussage: Die demokratische Kultur an der Universität Leipzig muss gefördert, die Hochschule offener werden.
Quotierte Rednerlisten sollten seiner Meinung nach heutzutage selbstverständlicher Zwang in ALLEN Gremien der Universität Leipzig sein, so auch in den FSRä.

Und damit schreiten wir auch schon zum Beginn der Debatte über die eingebrachten Änderungsanträge und den Antrag selbst:
Der im HoPo-Ausschuss einstimmig (d.h. auch von Max und Max) beschlossene Änderungsantrag zur Änderung der Formulierung “die Hochschulen” in “die Universität Leipzig” an allen Stellen des Antrags wird von der JuSo HSG  abgelehnt, da ein etwaiger Beschluss sich nicht nur auf die Universität Leipzig sondern auf alle Hochschulen Sachsens in Form von Symbolwirkung auswirken soll. (Anmerkung: Relativ anmaßend, über andere Hochschulen vom StuRa Uni Leipzig aus bestimmen zu wollen.)
Die Ablehnung seitens der JuSos wird offensichtlich auch von einem Großteil des StuRas geteilt, da der Antrag bei lediglich 2 Dafür-Stimmen mit deutlicher Mehrheit klar abgelehnt wurde.

Ein Änderungsantrag des dielinke.SDS zur Übernahme eines Absatzes zur Beendigung des “Opportunismus der Wissenschaft” durch Abschaffung wirtschaftlichen “Drittmittelwahns” wird nach kurzer, aber klarer Debatte mit einem Votum von 14/19/15 ebenfalls abgelehnt.
Der Änderungsantrag des Ausschusses HoPo auf Streichung des unseres Erachtens illusorischen Antragspunktes “Gemeinsame Wahllisten” wird nach kurzer Diskussion und viel Luftschlösser- und Gedankengebäudebau seitens des SDS und der JuSO HSG nicht unterstützt und schließlich mit wiederholt klarer Wahl abgelehnt.

Der SDS fordert in einem Änderungsantrag die Schaffung einer “Welt ohne Ausbeutung von Mensch und Natur, in der Frieden die Regel und nicht die Ausnahme ist” (Anmerkung: ,… was sie natürlich auch als Studierendenrat der Universität Leipzig vollkommen zu schaffen imstande sind. ) sowie zu diesem Zweck die Einführung einer Zivilklausel zum zwingenden und totalen Verbot jeglicher nicht-ziviler Forschung an der Uni Leipzig.
Des Weiteren wird die Abschaffung des angeblich durch das SächsHSFG verordneten politischen “Maulkorb” der Studierendenschaft gefordert. [Gemeint ist die Beschränkung der offiziellen Stellungnahmen des StuRas nur auf hochschulpolitische und studentische Belange; Persönliche Anmerkung: Dieser Modus ist m.E. in Teilen sinnvoll, da der StuRa die Studierenden der Uni Leipzig öffentlich als Institution vertreten soll, aber insbesondere die politische Meinung der einzelnen Studierenden (wie regelmäßige Leser des Liberalen Plenumsberichts wissen ;D) nicht immer ganz abbildet]
Wir wiegen uns ganz klassisch StuRa-typisch in der Behandlung inhaltlich weitgehend folgefreier, rhetorischer Details und provozieren auf einem immer antragsferner werdendem, vergeistigtem Level eine weitere Endlosdebatte zum komplexen Thema Krieg und Frieden.

Da wird Brecht zitiert, die Terminologie negativen Friedens tiefgründig in kleinlichster Manier debattiert und die philosophische Dimension eines Diensts im Sinne der Menschheit kontrovers diskutiert.
Schließlich unterbrechen die Antragsteller*innen der JuSo HSG die langsam ausartende philosophische Debatte durch ihre Entscheidung, zwar die Maulkorbaussage in leicht abgewandelter Form zu übernehmen, sich aber dezidiert gegen die Übernahme der Zivilkauselpassage und ihres “wolkigen” Begründungstextes aussprechen.
Angesichts des ablehnenden Votums von 12/16/14 gegen den SDS-Änderungsantrag scheint die Mehrheit der StuRa-Abgeordneten dies ebenso wie die JuSo HSG zu sehen. (Anmerkung: Na zumindest etwas.)

Im Anschluss auf diese kleine Kontroverse übernehmen die Antragsteller*innen zu unserem Entsetzen weitgehend diskussionslos nahezu ALLE weiteren Änderungsanträge des dielinke.SDS bis auf kleine redaktionelle Änderungen, d.h. sie unterstützen u.A. die Forderungen nach:

  • einer Abschaffung der staatlichen Sparpolitik in Bund UND Ländern (Anmerkung: Der StuRa überschreitet mal wieder gnadenlos seine eigentlichen Kompetenzen…),
  • die Abschaffung der öffentlichen Schuldenbremse, damit sich der Staat durch die überdies an mehreren Stellen geforderten Mehrsubventionen wieder besser verschulden kann (Man beachte auch die “tadellose” Begründung des SDS, in der es heißt, dass allein die “Überwindung des Kapitalismus” mittelfristiges Ziel zur “freien” Entfaltung des Menschen ist.)
  • die Einführung eines bedingungslosen, nicht rückzahlungspflichtigen BaföG-Satzes für Jedermann
  • die Abschaffung der Voraussetzung eines Abiturabschlusses zum Studium, aller Numeri Clausi sowie generell sowieso aller universitären Auswahlverfahren

    Kommen wir nun zu den Anträgen des HoPo-Auschusses auf:

  • Streichung des Punktes zur 24/7-Öffnung der Campusbibliothek für alle Nichtstudierenden. Votum: 1/MH/2 -> abgelehnt
  • Streichung des Punktes zur Errichtung eines Studierendenhaus: 1/MH/4 -> abgelehnt
  • Streichung des Punktes zum generellen Verbot jeglicher kommerzieller, militärischer (keine Jobwerbung für die Bundeswehr), geheimdienstlicher (keine Jobwerbung für den BND), rassistischer oder sexistischer (nota bene: Bewertung natürlich nur nach den StuRa-eigenen Critical-Whiteness-Konzepten…) Werbung auf allen universitären Ausstellungsflächen: 1/MH/5 -> abgelehnt
  • Festlegung des Antragspunktes “quotierte Redelisten” nur auf Gremien, in denen überhaupt Redelisten geführt werden:  3/MH/9 -> abgelehnt (Anmerkung: Frohlocket, liebe FSRä! Der StuRa zwingt euch nun die prinzipielle Führung quotierter Redelisten in all euren Sitzungen auf! -.-)

Kommen wir nun zur Abstimmung des Gesamtantrages in den 3 inhaltlichen Blöcken:

Teil 1: MH/3/4 -> angenommen

Teil 2: MH/0/5 -> angenommen

Teil 3: MH/4/3 -> angenommen

Gesamtantrag der JuSos: MH/1/4 -> angenommen

(Wir verbleiben einfach nur noch entsetzt und enttäuscht ob dieses erschreckenden Abstimmungsergebnisses des StuRas, welcher mit sozialistischen Zustimmungsquoten einfach hardcore-linke Forderungen nach Abschaffung der Abiturvoraussetzung oder der “Überwindung des Kapitalismus” gewissenlos ohne große Debatte durchwinkt. 🙁 )

— Pause! (Haben uns Lasagne mitgebracht :D) —

Und weiter geht es mit einem Antrag auf Unterstützung eines offenen Briefs gegen die Kürzung einer Professur, die ohne allzu viel Diskussion einstimmig ohne Gegenstimmen angenommen wird..

Zuguterletzt noch ein Antrag zur Verbesserung der Teilzeitstudienmöglichkeit, vorgestellt von Johannes vom “Referat für Inklusion und Anträge zum Durchwinken” (seine eigene Wortwahl), der auch ohne Aufhebens angenommen.

Unter dem letzten Tagesordnungspunkt “Sonstiges” gibt es noch ein paar Details zu kommenden Veranstaltungen, unter Anderum zur  IDAHIT* (“International Day Against Homophobia, Interphobia and Transphobia”)-Demo des StuRa (Infos unter: http://stura.uni-leipzig.de/IDAHIT* ), zu den VA des FSR Jura zu den jeweiligen Themen “Asylrecht” und “Feministisches Sexualstrafrecht”, sowie zum anstehenden Kollektiv Festivals.

Ende der offiziellen Tagesordnung!

Wie immer ein herzliches Dankeschön für euer Interesse an liberaler Hochschulpolitik und bis zum nächsten Liberalen Plenumsbericht! 🙂